Karate zur Gesundheitsprävention

Dr. Jutta Lenz, M.A.

Karatetraining zur Gesundheitsprävention

ab 45 bis ins hohe Alter —

ist das sinnvoll oder völliger Unfug?

 

Ein Bericht über die vielseitige und ganzheitliche Wirkung des Karatetrainings auf Körper, Seele, und Geist im Hinblick auf Menschen in den mittleren und späteren Lebensjahren.

 

Dr. Jutta Lenz, M.A.
Psychologin, Sportwissenschaftlerin
Dipl. Gesundheits- und Mentalcoach


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Auszug aus dem Bericht:

 

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3. Schon die alten Karatemeister wussten es — und es gilt nach wie vor!

 

Mabuni Kenwa, der das Shito–Karate gründete, vertrat den Standpunkt:

„Alte und Junge, Männer und Frauen, jeder kann Karate üben: Karate kann Menschen für verschiedenartigste Zwecke dienlich sein. Es kräftigt die Gesundheit und erhält das gute Aussehen. Zudem kann Karate zur Selbstverteidigung genutzt werden …― (Kenei Mabuni: Leere Hand, S. 9)

 

Karate ist aber nicht nur ein System von Körpertechniken, sondern es ist auch reich an psychischen Techniken: Geistige Energie lässt sich dadurch entfesseln.

Mabuni schreibt später weiter: „Männer bekommen eine ausgewogenen, starken Körper, und für Frauen ist es ein ideales Schönheitstraining. Da man weder einen besonderen Raum noch Gerätschaften oder spezielle Kleidung braucht, gibt es keine einfachere Methode, einen guten Gesundheitszustand zu schaffen. Selbst sehr beschäftigte Leute sollten die wenigen Minuten erübrigen können, die nötig sind, um sich mit dieser Methode fit zu halten.―

 

Mabuni äußerte dies 2001, als er bereits 83 Jahre alt war und immer noch trainierte und Unterricht gab.

 

Die Altersforschung/Gerontologie und die Sportwissenschaft bestätigen heute diese Sichtweise durch vielerlei wissenschaftliche Untersuchungen und Tests mit älteren Menschen. Es gibt tatsächlich heute kein Alter mehr, in dem man nicht mit einem sportlichen Training beginnen kann, auch mit einem Karatetraining!

 

4. Alte Glaubenssätze blockieren uns

Bei meiner Tätigkeit als Business –und Gesundheitscoach treffe ich immer wieder Menschen, die zutiefst davon überzeugt sind und den Glaubenssatz haben, dass sie in „ihrem Alter― das doch gar nichts mehr machen können. Nach dem Motto „Als ich jünger war, habe ich auch Karate, Judo, Langstreckenläufe, Turnen, Rollerblading etc. gemacht, aber jetzt ist das nichts mehr für mich! Außerdem lässt mein Job mir keine Zeit für Sport!

 

Warum ist das so?

Hinter solchen Äußerungen stecken häufig vielfache Gründe und auch Recht-fertigungen.

 

1. Es kann die eigene Bequemlichkeit sein. Wenigen nur ist überhaupt bekannt, dass ab dem 35. Lebensjahr z.B. ein bestimmtes Hormon nicht mehr in einem Ausmaß wie zuvor produziert wird: ein Hormon, das uns zu mehr Bewegung förmlich drängt. Wir müssen „nachjustieren―, damit unser Körper dieses Hormon wieder mehr produziert.

 

2. Heute sind Menschen häufig den ganzen Tag „verplant―, sowohl im Berufsleben als auch in der oft knapp bemessenen Zeit davor und danach.

 

3. Ein schlechtes Zeitmanagement und mangelnde Arbeitsmethodik tun ein Übriges.

 

 

4. Hinzu kommen mit voranschreitendem Alter auch Ängste: Man traut sich nicht mehr so viel zu wie früher oder befürchtet, nicht mehr mithalten zu können.

 

Was passiert? Man wird faul, träge, man mag nach der Arbeit nicht mehr rausgehen

(ein großes Problem vor allem im Winter). Mit der Zeit kommt durch unausgewogenes und zu viel Essen auch noch ein Mehr an Körpergewicht hinzu.

 

Die so sukzessive in Gang gesetzte „Abwärtsspirale― hat weitere Folgen: die eigenen Energien lassen immer mehr nach und die Trägheit nimmt dadurch weiter überhand. Die meisten Menschen, mit denen ich zu tun habe, klagen über einen regelrechten „Negativ-Kreislauf―, in den sie „hineingeraten― sind.

 

Ich möchte an dieser Stelle zeigen, welch enormen Nutzen ein vielseitiges sportliches Training dem oben beschriebenen fatalen Niedergang körperlicher und geistiger Flexibilität entgegensetzen an. Meine — aus persönlicher Erfahrung — erwachsene Erkenntnis ist, dass hier das Karatetraining äußerst effizient wirkt.

 

Leider ist Karate eine Sportart, die sich Menschen ab den mittleren Lebensjahren nicht mehr unbedingt „antun― wollen. Dieser Sport ist nicht zuletzt mit dem Vorurteil belegt, „man haue dabei ja nur drauf―. Es gilt den meisten als Training rein für Kinder und Jugendliche — aber bitte schön nicht als neue Sportart für jemanden, der älter ist!

Dass Karatetraining auch eine geistige, psychische Dimension hat, wird heute von Laien nicht gesehen — sondern eigentlich erst erfahren und geschätzt von Menschen, die das Training länger betreiben und sich dabei begeistern lassen.